Wasserstoff-Booster oder mobiler H2-Generator? Worauf es ankommt (Karl Heinz Asenbaum)
Karl Heinz Asenbaum · Kanal Aquacentrum · 19:02 · 01.01.2021
Karl Heinz Asenbaum erklärt in diesem Video, woran man einen echten Wasserstoff-Booster erkennt – und warum viele günstige „mobile H2-Generatoren" technisch ungeeignet sind. Im Mittelpunkt steht der Unterschied zwischen einer einfachen Einkammerzelle und der für Booster nötigen SPE/PEM-Zelle.
Das Wichtigste in Kürze
- Haushalts-Wasserionisierer können laut Vortrag aus physikalischen Gründen maximal rund 1,6 Milligramm Wasserstoff (etwa 17,8 Milliliter) pro Liter lösen und müssen das Wasser dafür stark basisch machen.
- Ein echter Wasserstoff-Booster besitzt eine SPE-Zelle mit PEM-Membran („Zero-Distance-Elektrolyse"): Im Wasser entsteht ausschließlich H2, während Sauerstoff und Ozon über ein Abluftsystem entweichen.
- Einfache Einkammer-Geräte (oft als „Portable Hydrogen Water Maker" verkauft) vermischen saure und basische Ionen sowie alle Gase; bei kochsalzhaltigem Wasser kann dabei giftiges Chlorgas entstehen – dieses Wasser sei nicht zum Trinken geeignet.
- Über Atmosphärendruck (mehr als 1,6 mg/L) wird Wasserstoff nur in dicht verschlossenen Gefäßen erreicht; übliche Dichtungen halten laut Vortrag bis zu 5 bar stand, was Werte bis etwa 5 mg/L ermöglicht – ein Überdruckventil ist dabei sinnvoll.
- Für übersättigtes Wasserstoffwasser brauchen selbst gute Booster rund 10 bis 20 Minuten, da sich der Innendruck nur langsam aufbaut – Werbeangaben von „3 Minuten" reizen den Vorteil nicht aus.
- Die gelöste Wasserstoffmenge hängt von Aufsatzgröße, Mineralzusammensetzung des Wassers (Beispiel: Evian liefere bessere Werte als Volvic oder Umkehrosmosewasser) und den gelösten atmosphärischen Gasen ab.
- Asenbaum rät, Messangaben über sogenannte Redox-Umrechner kritisch zu sehen und nur Ergebnissen mit Mess-Tropfen zu vertrauen.
Warum die Zelle über die Qualität entscheidet
Asenbaum unterscheidet drei Bauformen. In der Membran-Elektrolysezelle eines klassischen Wasserionisierers werden saure und basische Bestandteile sauber getrennt. In der billigen Einkammerzelle – etwa des historischen „Arui-Hendy" und seiner Nachbauten – liegen Plus- und Minuspol eng nebeneinander, sodass Wasserstoff, Sauerstoff und Ozon sowie saure und basische Ionen in derselben „Suppe" schwimmen. Sauerstoff und Ozon wirkten oxidativ und könnten den antioxidativen Effekt des Wasserstoffs aufheben; bei Kochsalz im Wasser könne Chlorgas entstehen. Solches Wasser enthalte zwar messbar Wasserstoff, solle aber nicht getrunken werden.
Die für einen Booster nötige SPE/PEM-Zelle beschreibt er als von Brennstoffzellen bekannte Bauform: zwei Elektroden, fest mit einer protonendurchlässigen Membran verbunden, praktisch ohne Abstand. So entsteht in der Wasserkammer ausschließlich H2, während O2 und O3 nach unten in die Atmosphäre abgeleitet werden und nicht als Gegenspieler im Trinkwasser landen. Topfionisierer mit Salzzugabe seien dagegen Desinfektionsmittel-Generatoren (saures Anolyt / basisches Katolyt) und ohne Druck keine Booster.
Alternativen und ihre Grenzen
Asenbaum ordnet weitere Ansätze ein: Keramik-Flaschen mit mikroelektrolytischen Mischungen (etwa „Minerade") erreichten in seinen Tests keine Booster-Leistung – Ausnahme sei eine Konstruktion namens Aquavolta H2 Rocket, die den Keramik-Wasserstoff so nutze, dass Übersättigungswerte über 5 mg/L möglich seien. Magnesium-Tabletten erzeugten zwar mehr als 1,6 mg/L, benötigten aber einen Säureanteil (säuerlicher Beigeschmack) und kosteten im Schnitt rund 1 Euro pro Tablette. Abgefülltes Wasserstoffwasser in Dosen und Alubeuteln liefere selten über 3 mg/L, oft nicht einmal die Vollsättigung – und Asenbaum kritisiert hier deutlich den ökologischen Aufwand durch Verpackungsmüll. Abschließend gibt er Praxistipps: kleine Behältergrößen wählen (Portion in 10–15 Minuten trinkbar), Geräte mit Umkehrmodus zur Reinigung nutzen und Booster mit USB-Akku bevorzugen, die sich nicht nach wenigen Minuten automatisch abschalten.
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